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Am 9. Mai berichteten wir über einen Händler, der nach elf erfolgreichen Trades 1,94 Millionen Dollar mit einer einzigen Bitcoin-Short-Position verlor, und darüber, wie eine überfüllte Short-Position aussieht, bevor sie zusammenbricht. Heute lieferte uns der Markt das genaue Gegenteil. Krypto-Futures im Wert von 230 Millionen Dollar wurden innerhalb von 24 Stunden liquidiert, und diesmal trafen 90 % der Verluste die Long-Position.
Gleiche Mechanismen, entgegengesetzte Richtung, gleiche Lektion für finanzierte Händler, die nicht darauf achten, welche Seite gerade überfüllt ist.
Die Daten sind so präzise, dass das Muster unübersehbar ist. Es handelte sich nicht um einen breit angelegten Schuldenabbau, sondern um einen gezielten Kurssturz, der sich auf bullische Positionen in den drei größten Derivatemärkten gleichzeitig konzentrierte.
Wenn wir innerhalb von 24 Stunden bei drei voneinander unabhängigen Anlageklassen eine Liquidationsquote von 90 % beobachten, liegt die Ursache nicht in der jeweiligen Anlageklasse, sondern in strukturellen Gegebenheiten. Die Long-Positionen waren überbelegt, und eine anhaltende Verkaufsbewegung löste eine Kaskade von Margin Calls aus, die den anfänglichen Kursrückgang deutlich verstärkten – weit über das hinaus, was die zugrunde liegende Kursentwicklung allein bewirkt hätte.
| Vermögenswert | Gesamt liquidiert | Long-Positionsanteil |
|---|---|---|
| Bitcoin (BTC) | 106,93 Millionen US-Dollar | 90,94 % |
| Ethereum (ETH) | 95,14 Millionen US-Dollar | 89,54 % |
| Solana (SOL) | 27,78 Millionen US-Dollar | 93,11 % |
| Gesamt | 230 Millionen US-Dollar | Durchschnittlich ~91% |
In unserem Artikel zum Thema Short Squeeze vom 9. Mai erklärten wir, wie 30 Tage negativer Finanzierungszinsen zu einer strukturell überbelegten Short-Position führten. Als Bitcoin die Marke von 80.000 US-Dollar durchbrach, löste diese Überbelegung eine heftige und verstärkte Kursbewegung gegen die Short-Positionen aus.
Aus unseren Beobachtungen zum Ablauf dieser Zyklen geht hervor, dass die Umkehr tendenziell einem vorhersehbaren Muster folgt. Der Short Squeeze treibt den Kurs nach oben. Privatanleger und gehebelte Händler erkennen diese Bewegung und eröffnen Long-Positionen, um vom Momentum zu profitieren. Die Finanzierungsraten werden positiv, da die Long-Seite dominiert. Positive Finanzierungsraten bedeuten, dass Long-Positionen für das Halten der Position bezahlen, wodurch die Margin im Laufe der Zeit sinkt. Anschließend trifft eine Korrektur die bereits überhebelte Long-Seite mit denselben verstärkten Mechanismen, die drei Wochen zuvor die Short-Positionen getroffen haben.
Die Funding-Rate -Daten nach dem Ausbruch über 80.000 US-Dollar am 5. Mai zeigten genau diese dynamische Entwicklung. Das Funding von Perpetual-Futures bei BTC, ETH und SOL wurde positiv, da bullische Positionen dominierten. Die heutigen Daten stellen einen Neustart dar.
Die gleichen Prinzipien, die zum Schutz von Short-Positionen auf gedeckten Konten beigetragen haben, gelten hier in umgekehrter Richtung. Die Mechanismen einer Liquidationskaskade sind unabhängig von der Marktrichtung. Eine Liquidationsquote von 91 % bedeutet, dass die erzwungenen Verkäufe aufgrund dieser Schließungen zusätzlichen Abwärtsdruck erzeugten und so in einer Rückkopplungsschleife weitere Konten unter ihre Mindestmargin-Schwellenwerte drückten.
Einige Punkte, die finanzierte Händler nach dem heutigen Ereignis bewerten sollten :
Prüfen Sie, ob sich die Finanzierungssätze nach dem heutigen starken Kurssturz wieder in Richtung neutral bewegt haben oder negativ geworden sind. Eine rasche Anpassung der Finanzierungssätze eröffnet oft die nächste Chance für Kursbewegungen, signalisiert aber auch, dass die Überbelegung eher abgebaut als sofort umgekehrt wird.
Prüfen Sie alle offenen Long-Positionen anhand der aktuellen Drawdown- Puffer. Hat eine Position die heutige Kursbewegung überstanden, notiert aber näher am Liquidationspreis als zuvor, hat sich der Puffer verringert. Dies ist bei einem gedeckten Konto keine neutrale Beobachtung.
Beachten Sie, dass der Slippage während einer Liquidationskaskade auf der Long-Seite stärker ausfällt als unter normalen Marktbedingungen. Wenn ein Stop-Loss gesetzt, aber heute zu einem ungünstigeren Kurs ausgeführt wurde, ist das keine Ausnahme. Es ist das zu erwartende Verhalten eines Marktes, der gleichzeitig 230 Millionen Dollar an Zwangsverkäufen aufnimmt.
Innerhalb von zwei Wochen kam es am Markt zu einem Short Squeeze und einem Long Squeeze. Dieses Muster – heftige Kursbewegungen in beide Richtungen in rascher Folge – ist typisch für einen Markt, der nach einem bedeutenden Strukturwandel ein neues Gleichgewicht sucht. Für institutionelle Anleger besteht die Risikomanagement- Strategie nicht darin, sich auf eine bestimmte Richtung festzulegen, sondern die Positionsgröße an die Volatilität anzupassen, anstatt sich von Überzeugung leiten zu lassen.
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